WortBilder


  • Gedichtband „WortSinnBild – Aufbruch“ erschienen

    Mein erster Band mit lyrischen Texten unter dem Titel „WortSinnBild – Aufbruch“ ist als Auftragswerk im Verlag Christoph Kloft erschienen und beim Autor erhältlich. Neben Gedichten aus dem Zeitraum 1972 bis 1974 enthält der Band Fotografien von Heike Lutter.

    Meine Lyrik ist ein Sprachexperiment; ich zeichne dichterische Skizzen und bilde dabei die Konturen realer wie irrationaler Sinnenwelten ab. Mit Worten und Wortsinn werden Bilder erschaffen, die wie ein Nachhall auf die Klänge des Daseins erscheinen. (mehr …)

    10. Juni 2023
    Gedichtband, Herbert A. Eberth, Lyrik

  • So viel

    Schreiben möchte ich
    so viel, dass es
    meinen weiten Raum erfüllt.
    Malen möchte ich
    so viel, dass die Farben
    mein graues Antlitz
    leuchten machen.
    Musik möchte ich
    hören
    so viel, dass
    ihr Klang meine
    Sehnsucht schwingen lässt
    im grauen Nichts.

    Lieben will ich
    Dich
    so viel, dass
    die farblose Unendlichkeit
    des Universums
    den Atem dieses
    zärtlichen Sinnes spürt.

    Es endet hier nicht
    Vielmehr schwingt
    es sich auf
    zu neuen Worten
    mit dem Ziel
    diese zum Brunnen einer
    Seele zu bringen
    um dem durstigen Boden
    Trank zu spenden.

    8. Oktober 1976
    Leben, Liebe, Malen, Musik hören, Schreiben, So viel

  • Losungen vom Geist der Zeit

    Lesungen über Losungen
    welche den Garten
    der Hoffnung düngen möchten
    doch die Trockenheit
    des Lebendig seins in
    selbstsüchtiger Gesellschaft
    schwächt den kraftvollen
    Grundsatz.

    Der Geist der Zeit
    verfällt wieder denen
    die ihre protzige Macht
    hinter dem Schild des
    Feindbildes und dem
    Knüppel der Schnüffelei
    verbergen.

    Diejenigen suchen wieder
    die Stärke von Führern
    welche das eigene Leben
    von denen ruinieren lassen
    denen ihre dankbare
    Hörigkeit gilt.

    28. September 1976
    Feindbilder, Führerverehrung, Losungen vom Geist der Zeit, Obrigkeitshörigkeit

  • Wind über den Mauern des Lebens

    Schmerz, der einen
    zu Grunde richtet
    Freude, die einen stärkt
    empfindet man oft.
    Nichts aber
    empfindet man klarer
    als Liebe.

    Wie ein leiser Windhauch
    kann sie sein
    stetig oder wieder
    verwehend
    über den grauen Mauern
    des Lebens
    färbt sie mein Leben bunt.

    Sanft erblüht
    eine Ahnung von ihr
    ein Klang
    tief in den
    unendlichen Hallen
    meiner Seele
    spüre ich ihre Zartheit
    und lausche dem Wind
    über den grauen Mauern
    des Lebens.

    9. Juli 1976
    Liebe, SehnSucht, Wind über den Mauern des Lebens

  • Bei den Sternen

    Ich möchte bei
    den Sternen sein
    mit ihrer Ruhe
    ihrem Licht
    mich erhellen
    um über den Tag hinaus
    mich ihrer Liebe
    zu erfreuen.

    Was bin ich jetzt
    in Wahrheit
    ohne sie
    ohne ihre Stille
    ohne ihre Beharrlichkeit
    ohne ihre Liebe?

    7. Juli 1976
    Bei den Sternen, Liebe, Verlust

  • Vollkommen

    Gedanken an Vollkommenheit
    sind in einem Buch
    nur beschrieben
    Darüber diskutieren
    kann man
    darüber nachsinnen.
    Doch wer lebt
    und erlebt sie?

    24. Juni 1976
    Debatte, Leben, Vollkommen

  • Freude langer Tage

    Wo verweile ich im Sturm
    schlägt doch der Regen
    an mein Dach
    klopfen die Hagelkörner
    und geleiten mich in
    einen schweren Schlaf
    dessen Träume mein
    Gedächtnis durchstreifen
    um die Freude langer Tage
    in Momenten zu sammeln
    wie in Fotoalben.

    17. Mai 1976
    Freude langer Tage, Regen, Schlaf, Sturm

  • Augenblick der Liebe

    Vom Wind zerstreut
    wehte der Staub herein
    und setzte sich unter
    der heißen Sonne
    auf Tische und Bänke.

    Hitze ließ den kurzen
    Augenblick schmelzen
    der beim Anblick ihrer Augen
    zur Erinnerung gerann.

    12. Mai 1976
    Augenblick der Liebe, Erinnerung

  • SinnLos

    Hat man das erreicht,
    was man nicht erreichen will,
    so ist es unmöglich zu entfliehen.
    Wer macht es uns leicht,
    einen Nagel mit dem Zahn zu zerschlagen?

    So lies denn dies und
    lies es doch nicht,
    denn Worte können verwirren,
    selbst wenn sie bekannt sind.

    Verstehst Du dieses, so wirst Du spüren,
    dass es Sinn hat, darüber zu sprechen,
    was ohne Sinn ist.

    1. März 1976
    Herbert A. Eberth, Hinterfragen, Lyrik, SinnLos

  • Stoff der Zeit

    Es kriecht
    das Gefühl
    seiden die Haut
    Im Haar
    klebrig
    der Stoff der Zeit
    In den Türen der Häuser
    Lachen.

    15. Februar 1976
    Herbert A. Eberth, Lyrik

Nächste Seite

Designed with WordPress