WortBilder


  • Instabil

    Ein Haus mag stabil sein,
    doch die Zeit wird es vernichten
    mit ihrem unbarmherzigen
    Uhren-Schlag,
    der den Wind erstarren lässt
    und den Stein zerbricht.

    6. März 1973
    Herbert A. Eberth, Lyrik

  • Kleinstadtliebe

    Gesichter
    in den Farben
    leuchten Augen
    grau und braun
    im zerstäubten Hauch von Haar
    und ein Zucken der Pupille
    schreibt Liebe
    an die ergraute Wand
    eines Kleinstadtbahnhofs.

    6. März 1973
    Frauen, Herbert A. Eberth, Kleinstadtliebe, Liebe, Lyrik

  • Schlaf

    Luft hängt schwer
    und tief
    im Zimmer
    die Augen
    drücken die Iris in der Höhle
    und Schlaf rieselt
    aus den Poren der Wände.

    18. Februar 1973
    Herbert A. Eberth, Lyrik

  • Im Kopf

    So sind Minuten
    gleich Sekunden gleich Nichts.
    Wenn im Winter die Kälte die Bäume zerreißt
    und Kinder vor Schnee schreien,
    dann ist es nichts Genaues,
    was zu sagen bleibt
    und der Hohlraum im Kopf
    fängt an zu hämmern.

    18. Februar 1973
    Herbert A. Eberth, Lyrik

  • Kartenhaus

    So ist dennoch
    ein Halt
    in den Blättern
    Gleichsam gut
    im Schnee ein Haus
    Kartenhaus
    Der Wind schreibt
    Risse in Farben
    und Schnee wärmt
    meine Hand.

    18. Februar 1973
    Herbert A. Eberth, Lyrik

  • Fragen

    a)

    Haben wir etwas?
    Sind wir etwas?
    Bedeutet etwas
    Alles?
    Wir? Wann?

    Mein Bericht mag vergeblich sein und
    nicht ansprechen; aber ich bin so …
    Warum vernichten,
    wo der Tod doch da ist?

    Im Winter …

    18. Februar 1973
    Fragen, Herbert A. Eberth, Hinterfragen, Lyrik, Sinnsuche

  • Blitzendes Nichts

    Es zuckt im Gewölbe
    das Grau erblasst
    in seinen Gefilden
    erglüht der Blitz
    Worte Sprache
    das Unendlich
    im Nichts.

    18. Februar 1973
    Herbert A. Eberth, Lyrik

  • Schrift

    Aus der Hand
    fließt das Blau
    im Weiß
    und steht in den Balken
    auf Worte geschrieben.

    18. Februar 1973
    Herbert A. Eberth, Lyrik, Schrift

  • Musik

    Licht fällt
    auf Tschaikowsky
    die Antistatik verhindert
    Sprünge im Lauf
    mit Pond
    fließt die Scheibe
    unter der Nadel
    und Musik ist
    im Aether
    und wirft Schatten
    auf die Schnecke.

    18. Februar 1973

  • Freunde

    Ein Hauch von Zuneigung
    liegt über dem Herzen.
    Das Klopfen
    von freudig erregtem
    Gespräch.

    Eine Öffnung
    Im Labyrinth
    der Sackgassen
    in der Stadt
    verborgen: Freunde.

    12. Februar 1973

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