WortBilder


  • Tückisches Metall

    In den Adern fließt
    ein Metall
    tückisch wie ein Virus
    durchdringt es die
    Fasern eines Lebens
    zerreißt die Seele
    und erstickt
    den freien Atem —
    Geld!

    20. Januar 1976
    Geld, Leben, Seele

  • Freiheit

    Ein Gedanke ruft mich
    ans Licht
    der meine Augen
    mit seinen schillernden
    Farben blendet
    bettelnd wie
    wie ein Durstender
    vor der Fülle
    nährenden Wassers stehend
    und doch verhungernd
    an Paragrafen
    und am Unrat
    des Unmenschlichen
    erkenne ich:
    Freiheit.

    14. Januar 1976
    Freiheit, Paragrafen, Unmenschlichkeit

  • Traumschwingen

    Was birgt der Nebel
    über den Hügeln
    den Bäumen
    die sein Gesicht verzerren?
    Schweigend ertönt die Stille
    hinter den Schatten
    der fliehenden Nacht.

    Mächtig gellend
    schwingen sich die
    Träume über die stillen
    Wipfel der Gedanken
    und verhallen in den
    Falten der Morgendämmerung.

    14. Januar 1976
    Morgendämmerung, Nacht, Träume

  • An der Grenze

    Einen Dolch in
    der Brust
    mit dem Schmerz
    des Sterbens
    nach einer Bestimmung
    suchen
    Unbeantwortete
    Fragen der Zeit
    wie Luftblasen
    im Körper verspüren
    und dann die
    Worte schreien
    die sich frei
    einstellen.

    1. Januar 1976
    An der Grenze, Bestimmung, Grenzerfahrung

  • SehnSucht

    Ohne diese
    unbestimmte Sehnsucht
    bin ich weniger als
    ein leerer Blick
    ein stummer Diener des Nichts.
    Gewöhnliches nur
    macht sich breit und verdrängt
    blöde grinsend
    alle Regungen meiner Seele.

    Gleichgültigkeit eines
    satten dinglichen Daseins
    führt nur bis an
    die Abgründe
    einer seelenlosen Existenz.

    29. Dezember 1975
    Existenz, SehnSucht

  • Staub

    Wohin gehen Schritte
    im Dunkeln
    die Lichter fallen
    auf feuchte Schuhe
    und Staub ertrinkt
    im Wasser eines Ozeans.

    26. Dezember 1975
    Herbert A. Eberth, Lyrik

  • Winterkälte

    Wohin schaue ich
    wenn um mich herum
    das Feuer glüht und
    die Wolken schwarz
    in den Himmel ragen
    grelle Blitze das
    Dämmerlicht zerreißen
    und Furcht alles
    wie zwischen zwei
    Mühlsteinen zerreibt?

    Wessen Nächster bin ich
    im Schmutz und
    in der Kälte
    des langen Winters?

    26. Dezember 1975
    Furcht, Winterkälte

  • Verstaubt

    Schwarz ragen Dächer
    über den Köpfen
    In Fenstern kleben
    dunkle Gesichter
    Feuchte Augen blicken
    über die Trümmer
    einer verwesenden
    Menschlichkeit,
    die nirgendwo mehr Platz fand
    als in verstaubten Büchern.

    26. Dezember 1975
    Humanity, Menschlichkeit, Verstaubt

  • Dämmerlicht

    Diskotheken blühen
    wie der Klatschmohn im
    Kornfeld und die
    Besucher lassen sich
    vom Duft falscher Rosen
    in eine Welt treiben
    die wie im Dämmerlicht
    die Wirklichkeit
    hinter Schatten
    verschwinden lässt.

    25. Dezember 1975
    Dämmerlicht, Disco, Jugend

  • Gezeiten

    Worüber sprechen Gezeiten
    in das Meer geschüttet
    Inseln
    Die Einsamkeit
    frisst den Kalkstein.

    6. März 1973
    Herbert A. Eberth, Lyrik

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